Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung

SGK-S verspricht griffigen Jugendschutz im Tabakproduktegesetz

Medienmitteilung

Bern, 15 April 2021

Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung»

Die Gesundheitskommission lehnt zwar die Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» ab, sucht aber den Kompromiss, baut das Tabakproduktegesetz zu einem indirekten Gegenvorschlag aus und beschliesst damit einen griffigen Jugendschutz.

Obwohl ein Konsens besteht, dass Kinder und Jugendliche Tabakprodukte weder kaufen, noch konsumieren dürfen, werden sie gezielt beworben. Mit durchschlagendem Effekt: Die Mehrheit der Rauchenden beginnt mit dem Konsum als Minderjährige. Bereits rauchende Jugendliche weisen gemäss neusten Untersuchungen vermehrt Atembewegsbeschwerden auf und jährlich sterben 9500 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Es ist die häufigste vermeidbare Todesursache, wobei beispielsweise rund 25% aller Krebserkrankungen weltweit durch den Verzicht auf Tabakkonsum verhindert werden könnten.

Mit der Rückweisung des Tabakproduktegesetzes 2016 war klar, dass die Neuauflage keine griffigen Jugendschutzmassnahmen im Bereich Tabakwerbung mehr enthalten würde und die Schweiz somit das Schlusslicht in Europa bei der Prävention bleiben würde. Deshalb hat eine breite Trägerschaft aus Gesundheitswesen, Jugend, Sport und Lehrerschaft eine Volksinitiative lanciert, um endlich den dringend nötigen Schutz der Kinder und Jugend sicher zu stellen.

Nachdem der Nationalrat die Volksinitiative knapp nicht zur Annahme empfohlen hat, empfiehlt nun auch die Gesundheitskommission des Ständerats mit 9 zu 4 eine Ablehnung. Die Bevölkerung hingegen sprach sich in den letzten Jahren in zahlreichen Umfragen immer mit über 60% für Werbeeinschränkungen aus, die sogar über die Forderung der Volksinitiative hinaus gehen. Der Ständerat hat nun die Möglichkeit, das Versprechen der Kommission in die Tat umzusetzen und mit dem Tabakproduktegesetz einen indirekten Gegenvorschlag als valablen Kompromiss auszuarbeiten, welcher einen effektiven Jugendschutz sicherstellt. Setzt sich in der parlamentarischen Beratung aber die inakzeptable nationalrätliche Version des Tabakproduktegesetzes durch, werden die Schweizer Stimmbürger/-innen den bald zwei Jahrzehnte dauernden Stillstand durchbrechen müssen und in der Volksabstimmung wirksame Tabakpräventionsmassnahmen bejahen.

Für weitere Informationen:

Reto Wiesli
Sekretär Initiativkomitee „Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung“
031 508 36 10, reto.wiesli@hausaerzteschweiz.ch

Sandra Hügli-Jost
Kommunikationsbeauftragte mfe – Haus- und Kinderärzte Schweiz
078 920 24 05, sandra.huegli@hausaerzteschweiz.ch